Endokrine Disruptoren in antarktischen Gewässern

Sie befinden sich hier://Endokrine Disruptoren in antarktischen Gewässern

Endokrine Disruptoren in antarktischen Gewässern

Chemikalien, die endokrine Effekte in Organismen ausüben, sogenannte endokrine Disruptoren (EDs), sind in den letzten Jahren zu einem ernst zu nehmenden Problem geworden. Die Exposition gegenüber EDs wird derzeit als eine der schwerwiegendsten anthropogenen Bedrohungen allgemeiner Biodiversität und insbesondere aquatischer Ökosysteme angesehen. EDs sind insbesondere schädlich in frühen Entwicklungsphasen sowie während der Entwicklung von Reproduktionsorganen. Die am verbreitetsten EDs (estrogenwirksame Substanzen) werden mit Entwicklungs-und Fortpflanzungsstörungen in einer Vielzahl von aquatischen Organismen von verschiedenen Wirbellosentaxa bis hin zu marinen Fische in Zusammenhang gebracht. Prozesse wie Metamorphose und Hermaphroditismus, die vor allem im Lebenszyklus mariner Organismen präsent sind, können besonders anfällig für endokrine Störungen sein.

Auswirkungen von EDs können nicht nur aquatische Ökosysteme in der Nähe der Emissionsquellen beeinflussen, sondern auch entfernte Systeme wie die Arktis und Antarktis. Allerdings wurden bisher weder das Vorkommen noch die Auswirkungen von EDs in der Antarktis detailliert untersucht. Daher streben wir an, mithilfe unserer effektbasierten Bioassays Arxula Estrogen Screen (A-YES®) und Arxula Androgen Screen (A-YAS®), (anti-)estrogene und (anti-)androgene Aktivitäten in antarktischen Gewässern zu quantifizieren. In Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) werden wir bei der Polarstern-Expedition PS103 von Kapstadt über die antarktische Neumayer-Station III und das Weddell-Meer nach Punta Arenas sowohl Oberflächen- als auch Tiefenwasser beproben. Durch die Quantifizierung endokriner Aktivitäten in antarktischen Wasserproben wird unser Forschungsvorhaben dazu beitragen, die Problematik EDs in antarktischen Gewässern richtig einschätzen zu können.

Forschungseisbrecher Polarstern. Foto: Bruce McAdam.

Neumayer-Station III an der Atka Bucht auf dem Elkström-Schelfeis. Foto: Felix Riess.

Weiterführende Links:

Wo befindet sich die Polarstern?

Wochenberichte Polarstern

Videobeiträge zur Polarstern-Expedition

 

By |2018-07-17T10:05:46+00:00Dezember 14th, 2016|Antarktis|Kommentare deaktiviert für Endokrine Disruptoren in antarktischen Gewässern